H0 Kurzkupplungen

 

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Die Entwicklung der Kurzkupplung habe ich so erlebt bzw. in Erinnerung:

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1972 Röwa Röwamatic

1975 Roco Kinematik Kurzkupplungskopf zum Nachrüsten

1985 Fleischmann

1986? Liliput (Schürzenwagen war mein erster Ganszug mit Kuku vor Piko)

1987? Piko/Prefo (Sondermodelle zum Morop in Erfurt)

1987 Märklin

1993 Roco Universal

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Ich musste noch nach 1990 neue Märklinwagen mit Symoba-Kulissen nachgerüstet. Im Fachhandel habe ich nur die Roco Kurzkupplungsköpfe kaufen können.

Die alten Röwa u. Roco Modelle hatten schon vor 1972...1975 die Puffer in der heute üblichen NEM-Höhe.

Ich fahre auf meiner Heimanlage mehrere Kupplungen unterschiedlicher Hersteller. Ich habe mich aber für einen Standard-Kupplungskopf entschieden, den haben alle Triebfahrzeuge, alle einzeln einsetzbaren Wagen, u. alle ersten u. letzten Wagen fester Zugverbände. Nur in festen Zugverbänden werden auch andere geeignete Kupplungsköpfe zwischen den Wagen eingesetzt.

Als Standard-Kupplung war für mich nur die Roco-KuKu u. Flei-Profi optimal.

Man kann sie über Entkuppler trennen u. beim Rangieren kuppeln u. die Modelle unkompliziert nach oben aus dem Zugverband heraus heben.

Wobei die Flei besser abkuppelt u. die Roco besser ankuppelt. Die Roco-Köpfe kann man sogar, obwohl aus Plaste, in der Kuppelkraft justieren. Neue Köpfe sind manchmal zu straff für den Rangierbetrieb u. nach unsachgemäßer Behandlung (Anstoßen an Hindernisse, falsche Lagerung) ist die Kuppelkraft zu gering.

Für Rangierbetrieb mit speziell dafür eingerichteten rein mechanischen Entkupplern hat sich bei mir die Roco Kurzkupplung als der bessere Kompromiss in den letzten 25 Jahren bewährt. Aber nun ist sie bei mir auch stückzahlmäßig nicht mehr ohne finanzielle Katastrophe ersetzbar.

Bei " normaler" Gleislage u. "normalen" Umgang mit den Modellen gibt es bei mir auch mit Zügen "normaler" Länge (~2m) u. "normalen" Rolleigenschaften kein ungewolltes Abkuppeln.

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Die Universalkupplungen kuppeln zwar leichter, aber das Herausheben von einzelnen Wagen u. Abkuppeln erfordert Hilfsmittel u. in schlecht zugänglichen Bereich wird das fummelig.

Die Universalkupplungen sind auch etwas klappriger als die Köpfe der Roco-KuKu u. Fleischmann-Profi, daher ist die Deichsel nicht ganz so steif u. die Kinematik kann nicht immer voll ausschwenken. Wenn man kein Überpuffern in engen Radien riskieren will, muss man damit schon in der Geraden auf einen etwas größeren Pufferabstand achten. Aber das sind nur mm. Da bei allen Hersteller die Auslenkung der Kinematik u. die Lage des NEM-Schachtes streut, kann man keine quantitative Aussage zu einem optimalen Pufferabstandes für die üblichen Radien machen.

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Die Märklin Kurzkupplung ist auch eine Universalkupplung, aber sie ist nicht immer kompatibel zum Rest der Welt. Modelle unterliegen in wichtigen Maßen einer Norm, die im Wesentlichen alle Hersteller außer Märklin einhalten. Die Märklin-Kurzkupplung berührt, bei einigen Modellen, beim Ausschwenken die Puffer, sofern sie im Schwenkbereich der Deichsel liegen.

Es gibt die MEM, Normen Europäischer Modellbahnen.

Wer Modelle hat, die nach folgenden Normen konstruiert wurden, sollte keine Märklin-Kurzkupplungsköpfe benutzen.

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http://www.morop.eu/de/normes/nem303_d.pdf Anordnung der Puffer

http://www.morop.eu/de/normes/nem352_d.pdf Geometrie der Kinematik

http://www.morop.eu/de/normes/nem362_d.pdf Anordnung NEM Schacht

http://www.morop.eu/de/normes/nem363_d.pdf Anordnung Schwalbenschwanzaufnahme

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Der NEM Schacht ist 8,5 mm über Schienenoberkante u. die Pufferunterkante ist 9,6 mm über Schienenoberkante. Da hat man nur 1,1 mm Luft über dem NEM-Schacht.

Nur die Märklin Kupplung ist wesentlich höher als 1,1 mm über NEM-Schacht.

Alle anderen Kupplungsköpfe sind nach unten gekröpft.

Die aktuellen NEM entspricht den Höhen der Puffer, wie sie umgerechnet vom Vorbildmaß, u. schon bei meinen noch vorhandenen uralten Piko-Modellen, Entwicklungsstand ca. um 1960, üblich war.

Vor ~30 Jahren habe ich mit Steifkupplungen u. dann mit Roco u. Fleischmann Kurzkupplungsköpfen begonnen u. die funktionierten von damals bis heute.

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Universalkupplungen u. Märklin-Kurzkupplungen kannte ich vor 25...30 Jahren noch nicht.

Die Märklin-Kurzkupplung (ab 1987 an einigen Märklin Modellen) wurde nicht für Modelle anderer Hersteller entwickelt, denn sie soll auch kompatibel zu den alten Märklin Modellen u. Kupplungen sein.

Damit ist diese Kupplung evtl. nur für reine Märklinbahner als Standard-Kupplung geeignet, da bei Märklin u. Märklin-Trix-Modellen die Pufferbohlen, historisch bedingt, höher angebracht sind. Das ist auch bei aktuellen Modellen noch so. Modellen nach NEM mit großem Überhang bleiben in kleinen Radien, an den Puffern hängen bleiben, was zu Entgleisungen führt.

Das übersteigt nun die Kompromissbereitschaft vieler Modelleisenbahner, weil dadurch bestimmte Märklin- u. Märklin-Trix- Modelle mehr oder weniger auffällig von den Proportionen des Vorbildes abweichen. In der Kombination von Märklin u.a. Modellen ist dieser Puffer-Höhenunterschied zumindest auffällig bzw. grenzwertig.

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Die Universalkupplung, im Sinne der Erfindung, also kompatibel zur klassischen Bügelkupplung, ist heutzutage funktionell bedeutungslos, denn fast alle Modelle haben mindestens seit über 1/4 Jahrhundert einen NEM-Schacht oder sind mittels Austauschkupplungen kompatibel zu den üblichen Kupplungsköpfen.

Konventionelle Bügelkupplungen ohne Kinematik, an seinen alten Lieblingswagen, kann man auch schon seit über 1/4 Jahrhundert durch Symoba-Kupplungen (um mal den Klassiker zu nennen), bzw. ähnliche Konstruktionen anderer Hersteller ersetzt.

Universalkupplungen, also auch die Märklin-Kurzkupplung, werden hauptsächlich benutzt weil sie unter allen möglichen Randbedingungen sicher an- u. abkuppeln. Das ist vorteilhaft auf Ausstellungsanlagen mit einem großen Fahrzeugpark u. evtl. Unsicherheiten an den Übergängen der Anlagenteile, durch häufiges Auf- u. Abbauen u. wechselndes Raumklima oder "dynamische" Fußböden.

Die ursprünglichen Kurzkupplungen von Roco u. Fleischmann haben eher auf stationären Heimanlagen, wo alle Fahrzeuge u. die Anlage (Entkuppler) darauf eingestellt sind, Vorteile.

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Die Produktnamen der Hersteller:...Kurzkupplung, Universalkupplung, Profikupplung,...? sind für Außenstehende etwas verwirrend. Entscheidend sollte sein:

1. Kompatibel mit alter Bügelkupplung,

2. kompatibel mit alter Märklinkupplung,

3. nur mit typgleichen Köpfen kuppelbar,

4. Modelle sind per Hand noch oben aus dem Zugverband herausnehmbar,

5. Modelle sind nur mit Entkuppelhilfen aus dem Zugverband trennbar,

6. Modelle sind mit Entkupplern im Gleis entkuppelbar

7. Vorentkupplung beim Schieben über Entkuppler

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Roco Universalkupplung: 1 5 6 7

Märklin Kurzkupplung: 1 2 5 6 7

Roco Kurzkupplung: 3 4 6 7

Fleischmann Profi Kurzkupplung:3 4 6 7

Piko Ganzzugkupplung: 3 4

Liliput Kurzkupplung: 3 5 (?)

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Für mich ist z.B. 4 6 7 Bedingung u. 5 nicht akzeptabel.

Angaben ohne Gewähr. Z.B. die Liliput Kurzkupplung kenne ich nicht. Mit allen anderen Kupplungen habe ich eigene Erfahrungen, aber die liegen teilweise schon längere Zeit zurück. Die Kombination Roco-Universal + Märklin habe ich nur an einem Beispiel getestet, also dafür ist keine sichere Aussage möglich. Evtl. zwischenzeitliche Änderungen der Hersteller sind auch nicht bekannt.

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